Teil 2: Die Ballbehandlung

Der Umgang mit dem Ball, das Maß aller Dinge, will man zu einem guten Fußballer reifen. Unsere Serie aus der (fast) jüngsten Gruppe in den Reihen des Vereins setzt sich fort. Nun sind bereits viele Wochen vergangen, in denen die Grundregeln auf dem Weg zum Superstar große Bedeutung haben.

Im Oberhaus des Fußballs, also in der Bundesliga beispielsweise ist immer wieder zu beobachten, dass auch „großen, erwachsenen" Spielern Fehler in der Ballbehandlung unterlaufen. All zu gern sprechen Reporter dann von Entgleisungen, Zitat: „wie sie in der F-Jugend vorkommen". Das man damit im Grunde genommen einer ganzen Zunft Unrecht tut, spielt weniger die tragende Rolle. Vielmehr soll damit zum Ausdruck gebracht werden, wie konsequent wichtig es ist, eben in diesem Alter das Spielgerät, also den Ball kennen zu lernen.

Die erste methodische Aufgabe, kann durch einfaches jonglieren geübt werden. Dabei spielt es zunächst keine Rolle wie oft, sondern wie gut Fuß und Ball zusammenpassen. Erleichternd wirkt es beim Üben oft, wenn zwischen jedem Kontakt der Ball einmal auf den Boden springt. Eine weitere Möglichkeit der Ballkontrolle ist eine Gruppendynamische Übung mit zwei Spielern, von den im Wechsel einer den Ball wirft, der andere diesen abwechselnd mit dem linken und rechten Fuß zurückspielt. Hierbei gilt von Anbeginn an, dass beidfüssig das Ziel ist. Schon nach sehr kurzer Zeit werden sich schnelle Erfolge einstellen. Rechtzeitig genug jedenfalls, um weitere, neue Schwerpunkte in die tägliche Trainingsarbeit einfließen zu lassen.

In der Beurteilung eines „erwachsenen Fußballers" sollte ein Trainer über seinen Spieler sagen können, dass er eine gute Grundschnelligkeit besitzt, gutes Dribbling und sehr gutes Passspiel beherrscht. Schlichtweg die Grundeigenschaften dieser Sportart. Die Spielintelligenz, etwa das Antizipieren bestimmter Situationen, soll in einem späteren Beitrag Berücksichtigung finden.

Im F-Juniorenbereich soll dafür der Grundstein gelegt werden. In jedem Spiel ist gerade das Passspiel unabdingbar, will man Erfolg haben, also Tore erzielen. Wenn nun vielerorts die Auffassung vertreten wird, dass eine gute Ballbehandlung vorwiegend nur für offensive Spieler von Vorteil sei, darf dem an dieser Stelle energisch widersprochen werden. Die Zeiten, in denen gerade Defensivspielern, also Verteidigern, mangelnde Grundfähigkeiten nachgesagt werden, sind überholt. Schon in der ehemaligen DDR ist in der fußballerischen Ausbildung großer Wert auf diesen Schwerpunkt gelegt worden. Nicht wenige, noch aktive Spieler, wie Michael Ballack oder Bernd Schneider beweisen ihre Fähigkeiten immer wieder aufs Neue und sind deshalb auch zu Recht Nationalspieler. 

Zurück zu den Nachwuchskickern, die seit September 2007 im Punktspielbetrieb sind und jede Woche die Gelegenheit haben, das bereits Erlernte zu zeigen. Mit großer Freude beobachten gerade wir Trainer, wie wichtig diese ersten Lektionen sind. Das gerade im Bereich der Ballbeherrschung noch ein weiter Weg vor uns liegt ist einleuchtend, dennoch haben die Spieler auch diese Lektion gelernt, dass eben einer allein, kein Spiel entscheidet. Bis zum „One Touch" Fußball, also dem Passspiel mit nur einer Berührung, bleibt ja noch ein bisschen Zeit.